Ruinieren
" ... Ich traue mir zu, Ironie und Satire von Ernstgemeintem unterscheiden zu können. Wenn ein Journalist ein "Pro und Kontra" in der "Zeit" zur Seenotrettung im Mittelmeer zum Anlass nimmt, eine Umfrage zu präsentieren, in der gefragt wird, ob man auf "Zeit"-Redakteure schießen solle, kann ich den satirischen Ansatz erkennen. Wenn der Journalist dazu aufruft, der Redakteurin, deren Meinung er nicht teilt, brühenden Kaffee ins Gesicht zu schütten, halte ich das für die Gewaltfantasie eines Mannes, die unter anderen politischen Vorzeichen nicht betretenes Schweigen, sondern eine Kündigung zur Folge hätte.
Es gibt viele Wege, Vertrauen zu ruinieren. Ein Weg ist, bei sich oder politisch Nahestehenden zu entschuldigen, was man bei anderen als verwerflich geißelt." (SPIEGEL)
Donnerstag, 9. August 2018
Mittwoch, 8. August 2018
08.08.2018 - Reichlich
"Wer seinen Gegenstand nicht beherrscht, der macht von Komparativen und Superlativen reichlich Gebrauch."
Ernst Jünger
Montag, 6. August 2018
07.08.2018 - Behandeln
"Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten,und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können."
Goethe
Goethe
06.08.2018 - Bettler
Der alte Bettler
Nun legst du, alte wettermüde Föhre,
Den allerletzten Jahresring dir an,
Da ich im Walde schon rumoren höre
Mit seiner Axt den grauen Zimmermann.
Er wird so wenig deinen Kopf begnaden,
Als jemand über dein Verschwinden klagt;
Dem armen Schelm und einem alten Schaden
Nur wird des Alters Ehrenzoll versagt!
Sei’s immerhin! ich liebe drum nicht minder
Dies alte Land, mein gutes Vaterland,
Und segne seine lebensfrohen Kinder
Mit der verworfnen toten Bettlerhand!
Ich segne euch, o Strom, Gebirg und Auen,
Die ihr im Lichte heiter vor mir schwimmt!
Ein Reichtum ist dies selig klare Schauen,
Den meinem Aug’ nicht Vogt noch Richter nimmt!
Als meine Brüder einst vor vierzig Jahren
Das schiefe, morsche Vaterhaus verkauft,
Um nach der fernen neuen Welt zu fahren,
Wo man sich mit der alten Erde rauft,
Da bin ich ganz allein zurückgeblieben,
Bald war ich um mein kleines Erb’ geprellt;
Weiss nicht, wie weit sie drüben es getrieben:
Ich wurd’ ein Hauptmann in der Bettler Welt!
Denn weder Not noch Mühsal konnten scheiden
Mich von den Marken meines Vaterlands;
Wer will mich zwingen, seinen Schoss zu meiden,
Zu missen seiner Ströme blauen Glanz?
Hier will ich wandeln, wo ich bin geboren,
Und sei’s auch in zerrissnen Bettlerschuhn!
Ging drob die Bürgerehre mir verloren,
Ich will und muss bei meinen Vätern ruhn!
Dich sollt’ ich fliehen, trautes Netz der Wege,
Daran auch ich mit fleiss’gen Füssen spann,
Und dich, Gebirg, wo ich des Abgrunds Stege
Fast mit verbundnem Aug’ beschreiten kann?
Wo ich den Fuchs und seinen Vater kenne
Und jeden Stamm im dunklen Forst gezählt
Und jede Trift bei ihrem Namen nenne -
Den Boden, wo mir nie ein Tritt gefehlt?
O gute Scholle meiner Heimaterde,
Wie kriech’ ich gern in deinen warmen Schoss!
Mir ahnet schon, wie sanft ich ruhen werde,
Vom Kaun des Brots und allem Irrsal los!
Wie will ich meine müden Beine strecken,
Wegwerfend meines Elends dürren Stab,
Wie langhin mich von West nach Osten recken,
Als läg’ ich stolz in eines Königs Grab!
Doch spinnt sich weiter meiner Seele Leben,
So möge sie im leichten Nebelkleid,
So leicht wie Luft, dies laute Volk umschweben,
Noch immer treu in Freude, Zorn und Leid!
Möcht’ meine Seligkeit darin bestehen,
Einst seines letzten Bettlers Geist zu sein,
Zufrieden, still und müssig umzugehen
In seines Glückes hellem Sonnenschein!
Den allerletzten Jahresring dir an,
Da ich im Walde schon rumoren höre
Mit seiner Axt den grauen Zimmermann.
Er wird so wenig deinen Kopf begnaden,
Als jemand über dein Verschwinden klagt;
Dem armen Schelm und einem alten Schaden
Nur wird des Alters Ehrenzoll versagt!
Sei’s immerhin! ich liebe drum nicht minder
Dies alte Land, mein gutes Vaterland,
Und segne seine lebensfrohen Kinder
Mit der verworfnen toten Bettlerhand!
Ich segne euch, o Strom, Gebirg und Auen,
Die ihr im Lichte heiter vor mir schwimmt!
Ein Reichtum ist dies selig klare Schauen,
Den meinem Aug’ nicht Vogt noch Richter nimmt!
Als meine Brüder einst vor vierzig Jahren
Das schiefe, morsche Vaterhaus verkauft,
Um nach der fernen neuen Welt zu fahren,
Wo man sich mit der alten Erde rauft,
Da bin ich ganz allein zurückgeblieben,
Bald war ich um mein kleines Erb’ geprellt;
Weiss nicht, wie weit sie drüben es getrieben:
Ich wurd’ ein Hauptmann in der Bettler Welt!
Denn weder Not noch Mühsal konnten scheiden
Mich von den Marken meines Vaterlands;
Wer will mich zwingen, seinen Schoss zu meiden,
Zu missen seiner Ströme blauen Glanz?
Hier will ich wandeln, wo ich bin geboren,
Und sei’s auch in zerrissnen Bettlerschuhn!
Ging drob die Bürgerehre mir verloren,
Ich will und muss bei meinen Vätern ruhn!
Dich sollt’ ich fliehen, trautes Netz der Wege,
Daran auch ich mit fleiss’gen Füssen spann,
Und dich, Gebirg, wo ich des Abgrunds Stege
Fast mit verbundnem Aug’ beschreiten kann?
Wo ich den Fuchs und seinen Vater kenne
Und jeden Stamm im dunklen Forst gezählt
Und jede Trift bei ihrem Namen nenne -
Den Boden, wo mir nie ein Tritt gefehlt?
O gute Scholle meiner Heimaterde,
Wie kriech’ ich gern in deinen warmen Schoss!
Mir ahnet schon, wie sanft ich ruhen werde,
Vom Kaun des Brots und allem Irrsal los!
Wie will ich meine müden Beine strecken,
Wegwerfend meines Elends dürren Stab,
Wie langhin mich von West nach Osten recken,
Als läg’ ich stolz in eines Königs Grab!
Doch spinnt sich weiter meiner Seele Leben,
So möge sie im leichten Nebelkleid,
So leicht wie Luft, dies laute Volk umschweben,
Noch immer treu in Freude, Zorn und Leid!
Möcht’ meine Seligkeit darin bestehen,
Einst seines letzten Bettlers Geist zu sein,
Zufrieden, still und müssig umzugehen
In seines Glückes hellem Sonnenschein!
Gottfried Keller
Sonntag, 5. August 2018
05.08.2018 - Geistreich
An X und Y
"Geistreich seid ihr, glänzend, wahrlich, dass ich euch bewundern müsste,
Wenn sich nur bei euch nicht jede Zeile selber geistreich wüsste!"
Eduard Mörike
"Geistreich seid ihr, glänzend, wahrlich, dass ich euch bewundern müsste,
Wenn sich nur bei euch nicht jede Zeile selber geistreich wüsste!"
Eduard Mörike
Samstag, 4. August 2018
04.08.2018 - Ratschlag
Ratschlag für Provinz-Journalisten
"Dreiviertel meiner literarischen Zeit ist überhaupt Korrigieren und Feilen gewesen."
Theodor Fontane
Donnerstag, 2. August 2018
03.08.2018 - Wer gegen wen?
Teilen und herrschen
Die Polit-Kaste und gewisse Journalisten in New York hetzen Russland - ob Republikaner oder Demokraten ... und damit gegen Trump. Putin und seine Konsorten an den PCs wollen die US-Wahlen verfälschen. Kann sein - oder auch nicht. Wie aber steht es mit den chinesischen Kommunisten? Haben die etwa die Demokraten gesponsert... oder ganze Teile der USA korrumpieren ließen?
Ich erinnere mich, wie der US-Präsident--Obama, der Nobel-Preisträger, die deutsche Regierung ausspionieren ließ - abhorchen ließ... wie er Russland und Ukraine gegeneinander ausspielen ließen, um an die Bodenschätze zu bekommen ... vor allem Politiker aus der demokratischen Partei in der ukrainischen Wirtschaft mitherrschen ließen...
Die Polit-Kaste und gewisse Journalisten in New York hetzen Russland - ob Republikaner oder Demokraten ... und damit gegen Trump. Putin und seine Konsorten an den PCs wollen die US-Wahlen verfälschen. Kann sein - oder auch nicht. Wie aber steht es mit den chinesischen Kommunisten? Haben die etwa die Demokraten gesponsert... oder ganze Teile der USA korrumpieren ließen?
Ich erinnere mich, wie der US-Präsident--Obama, der Nobel-Preisträger, die deutsche Regierung ausspionieren ließ - abhorchen ließ... wie er Russland und Ukraine gegeneinander ausspielen ließen, um an die Bodenschätze zu bekommen ... vor allem Politiker aus der demokratischen Partei in der ukrainischen Wirtschaft mitherrschen ließen...
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31.12.2018 - Mäuseloch
Schämen Pech gehabt ... Sie wollten alle den Top-Journalisten aus dem SPIEGEL loben und ver-preisen. ... "Nach BILD-Recherchen kassiert...
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Wolfgang Hammelehle (Foto: jdu) In memoriam amoris mei In guter Erinnerung an einen sehr, sehr lieben, liebenswürdigen, geliebt...
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